Sanofi BioSurgery
Bei Arthrose auch die Psyche beachten

Oktober 2017

Die Seele leidet mit

Arthrose ist eine chronische Erkrankung, die mit wiederkehrenden bzw. dauerhaften Schmerzen verbunden ist. Chronische Beschwerden aber betreffen nicht nur die schmerzende Stelle, also das kranke Gelenk, sondern immer auch den ganzen Menschen. Schon- und Vermeidungsverhalten, Ängste und Bewegungseinschränkungen schmälern die Lebensqualität und können zu Hoffnungslosigkeit und Rückzug führen. Dazu tritt Arthrose häufig gemeinsam mit Depressionen auf – auch wenn Ursache und Wirkung hier noch nicht genau geklärt sind.1 Bei Verdacht auf eine Depression, die durch Schmerzen begünstigt wird, ist eine nervenärztliche Abklärung zu empfehlen.

Wie die Deutsche Schmerzliga betont, muss deshalb bei der Behandlung von Dauerschmerzen neben dem Körper immer auch die Psyche mit einbezogen werden. Das bedeutet nicht, dass Arthrosepatienten psychisch krank sind oder sich ihre Beschwerden nur einbilden. Doch die Seele ist mit dem Körper untrennbar verbunden und sie kann ebenso bei der Entstehung chronischer Schmerzen beteiligt sein wie auch selbst von ihnen beeinträchtigt werden2.

Die Palette der Behandlungsmöglichkeiten ist vielfältig. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und –Forschung3 (DGPSF) nennt unter anderem folgende:

  1. Kognitive Verhaltenstherapie: Sie zählt zu den häufigsten Therapieformen bei chronischen Schmerzen. Dabei wird versucht, ungünstige Gedanken und Verhaltensmuster im Umgang mit Stress und Schmerzen zu identifizieren und Schritt für Schritt zu verändern. So kann der Teufelskreis aus Stress, Schmerzen, verstärktem Stress und noch schlimmeren Schmerzen oft durchbrochen werden.
  2. Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie: Sie geht davon aus, dass unbewusste und verdrängte Konflikte aus der Vergangenheit sich noch in der Gegenwart negativ auswirken. Diese sollen bewusst gemacht und verarbeitet werden.
  3. Biofeedback: Beim Biofeedback werden dem Patienten normalerweise unbemerkte körperliche Prozesse – wie die Muskelanspannung, die Hauttemperatur oder der Blutdruck – durch ein optisches oder akustisches Signal zurückgemeldet. Der Patient kann dann üben, diese Prozesse zu regulieren und so zum Beispiel Verspannungen oder Erregungszustände zu lindern.
  4. Entspannung: Entspannungstechniken sind laut der DGPSF in der Schmerzbehandlung weit verbreitet und in ihrer Wirksamkeit durch viele Studien belegt. Zu ihnen zählen etwa die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training, Hypnose, Meditation, Achtsamkeitsübungen und imaginative Verfahren wie Fantasiereisen.

 

1 Rodic D, Meyer AH and Meinlschmidt G (2015): The association between depressive symptoms and physical diseases in Switzerland: a cross-sectional general population study. Front. Public Health 3:47. doi: 10.3389/fpubh.2015.00047

2 Deutsche Schmerzliga e.V., http://schmerzliga.de/psychologische_therapie.html, http://schmerzliga.de/arthroseschmerzen.html

3 Deutsche Gesellschaft für Psychologische Schmerztherapie und –Forschung e.V.,
http://www.dgpsf-verein.de/fuerpatienten/schmerzpsychotherapie/verhaltentherapeutischesicht/

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