Sanofi
Saisonstart im Frühjahr: Wann Sport den Gelenken schaden kann

April 2018

Arthrose durch Sportverletzungen

Regelmäßige Bewegung bzw. Sport gilt als eine der wichtigsten Vorbeugungs- und Behandlungsmaßnahmen bei Arthrose. Denn Sport ist grundsätzlich gesund, kräftigt die Muskeln, sorgt für die richtige „Schmierung“ in den Gelenken, beugt außerdem Übergewicht, Herz- Kreislauferkrankungen und Diabetes vor. Nicht umsonst empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, sich pro Woche wenigstens 150 Minuten mäßig intensiv zu bewegen.1
 
Dennoch hat die Medaille – wie so oft – zwei Seiten. Denn Sport kann auch eine Arthrose auslösen. Die Hauptursache ist dabei jedoch nicht die sportliche Betätigung an sich, sondern Traumata, sprich Gelenkverletzungen, die beim Sport auftreten.2 So können zum Beispiel Prellungen, Knorpel- und Knochenverletzungen sowie Schäden an Menisken oder Bändern eine sekundäre Arthrose nach sich ziehen. Besonders häufig sind auch Verletzungen des vorderen Kreuzbandes an der Entstehung einer Kniearthrose beteiligt.3 Solche Verletzungen treten vor allem bei Kontakt- und Ballsportarten sowie anderen riskanten Disziplinen auf – zum Beispiel Fußball, Skilaufen, Handball,. Volleyball oder Tennis, aber auch in der Leichtathletik.2 Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die solche Sportarten besonders häufig betreiben, kann es dann noch lange nach der akuten Verletzung zu Gelenkschäden kommen. Und sogar Ausdauersportarten wie Laufen oder Fahrradfahren können bei exzessivem Betreiben zum Verschleiß von Gelenksstrukturen führen.3 Man sollte also gerade jetzt zu Beginn der Outdoorsportsaison maßvoll starten und sich nicht übernehmen. Wichtig ist, dass Sportverletzungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden und das noch geschädigte Gelenk nicht nach Abklingen der ersten Schmerzen weiter einer hohen Belastung ausgesetzt ist.2
 
Trotzdem sollte sich durch die Möglichkeit einer Verletzung niemand davon abbringen lassen, sportlich aktiv zu werden. Denn sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung einer Arthrose können leicht bis mäßig intensiv ausgeübte, „sanfte“ Sportarten wie Schwimmen, Fahrradfahren, Laufen oder ggf. auch Joggen auf geeignetem Untergrund sowie leichtes Krafttraining sich sehr positiv auf die Gelenke auswirken. Neben Gewichtsreduktion, Muskelaufbau und Beweglichkeit kann durch körperliche Aktivität wahrscheinlich auch die Gelenksentzündung beeinflusst werden. Schmerzen können gelindert und oft ein Gelenkersatz hinausgezögert werden.3 Sind nach dem langen kalten Winter jedoch die Schmerzen zu stark, um in Bewegung zu kommen, sollte man sich beim Arzt zu einer wirksamen Schmerztherapie beraten lassen. Möglich ist etwa die Einnahme von Schmerzmitteln (NSAR) oder die Injektion von hochmolekularer, quervernetzter Hyaluronsäure wie Synvisc in das betroffene Gelenk, um die Schmier- und Pufferfunktion der Gelenkflüssigkeit wieder zu verbessern.
 
 
 

1 WHO Fact sheet - Physical Activity: Global recommendations on physical activity for health

2 A. Kreutz, D. Kohn, Gelenkschäden nach Sportverletzungen/Joint damage by sport injuries, Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin Jahrgang 53, Nr. 2 (2002)

3 Hügle T und Valderrabano V, Wirkungen und Nebenwirkungen von Sport auf die Arthrose, Übersichtsartikel, Schweizerische Zeitschrift für «Sportmedizin und Sporttraumatologie» 59 (4), 153–157, 2011

 

 

X