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Wie die Stoffwechselerkrankung Gelenkschäden fördern kann
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Oktober 2018

Das metabolische Syndrom und die Arthrose

Eine Arthrose kann viele Ursachen haben, zum Beispiel angeborene oder erworbene Fehlstellungen des Gelenks, Fehl- und Überlastungen, genetische Veranlagung, altersbedingte Abnutzung oder (Sport-)Verletzungen.

Neben erblichen und mechanischen Faktoren rücken in den letzten Jahren aber immer stärker auch Stoffwechselvorgänge als Auslöser der Gelenkerkrankung in den Fokus der Forschung, insbesondere das Metabolische Syndrom (MetS). Dabei handelt es sich um eine Zivilisationskrankheit, die durch das Zusammenspiel mehrerer Symptome gekennzeichnet ist: bauchbetontes Übergewicht, Bluthochdruck, Insulinresistenz (erhöhter Blutzucker) und Fettstoffwechselstörungen. Wie stark das Metabolische Syndrom und Arthrose zusammenhängen, zeigt etwa eine französische Studie: Danach haben nur 10-30 Prozent der Weltbevölkerung ein MetS, aber fast 60 Prozent der Arthrosepatienten. Dazu tritt die Arthrose bei Patienten mit Metabolischem Syndrom im Schnitt deutlich früher auf  - schon mit rund 50 Jahren statt mit über 65.1

Der entgleiste Stoffwechsel wirkt sich wahrscheinlich auf mehreren Wegen auf die Gelenkgesundheit aus: So kann Bluthochdruck zu einer schlechteren Versorgung des Gelenkknorpels mit Nährstoffen führen, Fettablagerungen in den Knorpelzellen können deren Stoffwechsel stören. Der durch die Insulinresistenz entstehende zu hohe Blutzuckerspiegel kann oxidativen Stress und die „Verzuckerung“ von Geweben verursachen, was ebenfalls Knorpelschäden begünstigt.2,3

Der entgleiste Stoffwechsel wirkt sich wahrscheinlich auf mehreren Wegen auf die Gelenkgesundheit aus: So kann Bluthochdruck zu einer schlechteren Versorgung des Gelenkknorpels mit Nährstoffen führen, Fettablagerungen in den Knorpelzellen können deren Stoffwechsel stören. Der durch die Insulinresistenz entstehende zu hohe Blutzuckerspiegel kann oxidativen Stress und die „Verzuckerung“ von Geweben verursachen, was ebenfalls Knorpelschäden begünstigt.2,3

Eine besonders entscheidende Rolle bei der Arthroseentstehung spielt der Faktor Übergewicht. Die überschüssigen Kilos belasten nicht nur die tragenden Gelenke wie die Knie stark, sondern fördern offensichtlich auch die Arthrose in Gelenken ohne mechanische Belastung, wie etwa den Fingergelenken.4 Denn im weißen (Bauch)Fett werden verstärkt sogenannte Adipokine gebildet. Das sind Signalstoffe, die chronische Entzündungsvorgänge fördern und so die Knorpelbildung stören.2,3

Wegen dieser deutlichen Zusammenhänge zwischen dem metabolischen Syndrom und der Arthrose wird der Gelenkverschleiß von manchen Wissenschaftlern schon als fünfte Komponente des MetS benannt 2. Wer ein metabolisches Syndrom vermeidet oder bekämpft – etwa durch Gewichtsabnahme, Bewegung, den Verzicht auf das Rauchen und gesunde Ernährung – tut deshalb auch seine Gelenken etwas Gutes.  

 

1 Le Clanche S, Bonnefont-Rousselot D, Sari-Ali E, Rannou F, Borderie D. Inter-relations between osteoarthritis and metabolic syndrome: A common link? Biochimie. 2016 Feb;121:238-52. doi: 10.1016/j.biochi.2015.12.008. Epub 2015 Dec 15.

2 Zhuo Q, Yang W, Chen J, Wang Y. Metabolic syndrome meets osteoarthritis. Nat Rev Rheumatol. 2012 Dec;8(12):729-37. doi: 10.1038/nrrheum.2012.135. Epub 2012 Aug 21.

3 Courties A, Gualillo O, Berenbaum F, Sellam J. Metabolic stress-induced joint inflammation and osteoarthritis. Osteoarthritis Cartilage. 2015 Nov;23(11):1955-65. doi: 10.1016/j.joca.2015.05.016. Epub 2015 May 30.

4 Ärzte Zeitung, 09.03.2007, Adipositas fördert Arthrose in allen Gelenken, https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/adipositas/article/441330/adipositas-foerdert-arthrose-allen-gelenken.html

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