Sanofi
Neue Diagnosemethode ohne Strahlenbelastung
Fit und Mobil Header Image

Juni 2019

Arthrose am Klang erkennen

Arthrose im Knie wird heutzutage in der Regel mit Röntgen oder MRT diagnostiziert. Dass man sie auch am Geräusch erkennen kann, haben jetzt Wissenschaftler der Hochschule Fulda, der Charité Berlin, der Universität Ulm und der Technischen Hochschule Mittelhessen nachgewiesen1. Denn Knorpelschäden haben ihren ganz eigenen Klang – zum Beispiel wenn der Patient Kniebeugen macht.

Schon die Erfahrung zeigt, dass es dann ganz schön knirschen und knarren kann. Die spezifischen Geräusche des geschädigten Knorpels sind aber für das menschliche Ohr nicht hörbar. Deshalb haben die Forscher in langjähriger Tüftelarbeit ein spezielles Mikrofon und Sensoren entwickelt. Mit diesen Geräten testeten sie dann unter anderem an totem Knochenmaterial ausführlich, wie die verschiedenen Schäden klingen. Schließlich wurde in einer Pilotstudie an 29 Kniepatienten untersucht, wie genau sich aus den Geräuschen bei einer Kniebeuge Art und Ausmaß der Gelenkschäden ableiten ließen. Verglichen wurden die Resultate mit den MRT-Befunden der Patienten.

Das Ergebnis: In 95 Prozent der Fälle stimmten die Ergebnisse der Schalldiagnostik mit den MRT-Befunden überein. Damit ist die Methode nicht nur sehr genau, sie ist auch vergleichsweise preisgünstig und der Patient wird nicht mit Strahlen belastet. Bei einigen Patienten zeigten sich sogar auffällige Geräusche, obwohl im MRT noch nichts zu sehen war. Für die Wissenschaftler liegt darin ein großes Potential: "Die Schalldiagnostik kann möglicherweise auch schon früher als Röntgenaufnahmen oder MRT einen Gelenkverschleiß bemerken", hofft Prof. Dr. Udo Wolf, Mitautor der Studie. Um das nachzuweisen und die neue Diagnosemethode zu etablieren, sind allerdings noch weitere klinische Studien mit einer größeren Anzahl von Probanden notwendig.

1 J. Kiselev ,B, Ziegler, H.J. Schwalbe, R.P. Franke, U. Wolf: Detection of osteoarthritis using acoustic emission analysis. Journal of Medical Engineering and Physics. März 2019 (65). S. 57-60 https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1350453319300074

X