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Nanofähren und Spezialtraining
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Juli 2019

Neues aus der Arthroseforschung
Noch ist Arthrose nicht heilbar, aber die Forschung arbeitet an immer neuen Verfahren, um geschädigte Gelenke wieder funktionstüchtig zu machen. Und auch Patienten können bei der Verbesserung der Versorgung mithelfen. Hier einige Beispiele für neue, interessante Entwicklungen:

Medikamententransport mit Nanofähren
Zwar gibt es bereits Medikamente – zum Beispiel bestimmte Wachstumsfaktoren –, die die Regeneration des Gelenkknorpels fördern können, aber bisher war der Transport ein Problem. Denn sie Wirkstoffe konnten nicht das dicke Knorpelgewebe durchdringen, um zu den knorpelproduzierenden Zellen (Chondrozyten) zu gelangen.
Wissenschaftler aus Massachusetts (USA) haben sich mit diesem Problem befasst und eine Nanofähre entwickelt, die das Medikament in den Knorpel bringen kann 1. Dabei handelt es sich um stark verästelte, positiv geladene Transportmoleküle, die sich an den negativ geladenen Knorpel binden. So kann das Medikament besser in den Knorpel gelangen und länger vor Ort bleiben. Versuche mit Ratten und dem Knorpelgewebe von Kühen waren schon sehr erfolgreich, weitere Studien sind aber erforderlich.

Spezielles Muskeltraining
Gerade bei Knie- oder Hüftarthrose ist es wichtig, Muskeln aufzubauen, ohne die Gelenke zu stark zu belasten. Vielversprechende Ergebnisse zeigt hier das sogenannte Blood Flow Restriction Training (BFR).2,3 Dabei werden den Patienten vor dem Training (z. B. am Ergometer) Blutdruck-Manschetten angelegt, die den Blutfluss in den Venen teilweise abklemmen. Dadurch können Muskelzuwachs und -kraft deutlich gesteigert werden, ohne dass es zu Muskelkater oder Gelenkschmerzen kommt. BFR kann zum Beispiel vor Operationen eingesetzt werden, um die spätere Erholung zu beschleunigen.

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Patientenbeteiligung im Arthroskopieregister
Im Deutschsprachigen Arthroskopieregister (www.arthroskopieregister.de) können Patienten seit Oktober 2017 über ihre Erfahrungen mit arthroskopisch durchgeführten Gelenkoperationen berichten – zum Beispiel über ihre Zufriedenheit mit dem Eingriff, eventuelle Komplikationen und den Zustand des operierten Knie-, Hüft- oder Schultergelenks. Dadurch sollen die Ergebnisse besser messbar und so auch die Versorgung langfristig verbessert werden. 
Es bleibt spannend, was die Forschung in den nächsten Jahren noch für Arthrosepatienten erreichen wird. Aber auch jetzt gibt es schon viele Möglichkeiten, den Gelenkverschleiß wirksam zu behandeln – zum Beispiel schmerzlindernde Medikamente, Physiotherapie, Wärme- oder Kälteanwendungen. Von den medizinischen Fachgesellschaften ebenfalls empfohlen werden Hyaluronsäureinjektionen in das betroffene Gelenk wie Synvisc, die 3-in-1-Spritze gegen Arthrose mit spezieller, hochmolekularer Hyaluronsäure. Diese kann mit nur einer bis drei Spritzen für eine bessere Schmierung und Pufferung des Gelenks sorgen und schnell schmerzlindernd, stoßdämpfend und langanhaltend bis zu 12 Montate wirken.

1 GeigerBC1,2, Wang S, Robert F. Padera RF, Grodzinsky AJ, Hammond PT. Cartilage-penetrating nanocarriers improve delivery and efficacy of growth factor treatment of osteoarthritis. Science Translational Medicine 28 Nov 2018: Vol. 10, Issue 469, eaat8800, DOI: 10.1126/scitranslmed.aat8800
2 Franz 1, Queitsch FP, Behringer M, Mayer C, Krauspe R, Zilkens C: Blood flow restriction training as a prehabilitation concept in total knee arthroplasty: A narrative review about current preoperative interventions and the potential impact of BFR. Med Hypotheses; 2018 Jan;110:53-59. doi: 10.1016/j.mehy.2017.10.029. Epub 2017 Oct 31.
3 Kathrin Reisinger, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS): Muskelforschung zeigt vielversprechende Ergebnisse des Blood Flow Restriction Training, ), idw – Informationsdienst Wissenschaft, https://idw-online.de/de/news714856, 2019

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