Mit Hilfe von Wenn-Dann Plänen werden Absichten in den ganz normalen Alltag eingebaut und zwar so, dass Ihr Gehirn den Plan ganz automatisch ausführt. Hierzu überlegen Sie sich zunächst, welche Übungen sich für Ihr Gelenk gut für den Alltag eignen. Sie können darüber auch mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten sprechen. Wenn Sie es schaffen, Ihre Übungen für das Knie in Ihren ganz normalen Tagesablauf zu integrieren, haben Sie einen großen Schritt getan!
Schauen wir, was Frau Lorenz, Heer Moosbrugger und Frau Hertlinger für Wenn-Dann Pläne entwickeln.
Frau Lorenz wohnt im dritten Stock eines Mietshauses und muss darum oft Treppensteigen. Mit Interesse hat sie davon gehört, dass man bereits beim Treppensteigen sehr viel für sein Knie tun kann. Allerdings gibt es aus der Sicht des Knies ganz klar gutes Treppensteigen und falsches Treppensteigen.
Sie hat das Thema mit ihrer Physiotherapeutin besprochen und hat sich dabei beobachten lassen, wie sie bisher die Treppe hinab stieg. Dabei wurde deutlich: Frau Lorenz neigt dazu, sich auf das gesunde Knie fallen zu lassen, was auf Dauer auch das gesunde Knie schädigen wird. Sie entwickelt folgenden Wenn-Dann-Plan:
Wenn ich eine Treppe runtergehe...
...dann setze ich meine Füße gleichmäßig und weich auf.
Herr Moosbrugger arbeitet beim Landratsamt. Im Verlauf eines Bürotages steht er unzählige Male von seinem Stuhl auf. In der Physiotherapie hat man ihm gezeigt, dass er dazu neigt, wie ein Cowboy zu laufen. Seine Beinachse ist nach außen verdreht, so dass sein Knie dauernd einseitig belastet wird. Weil beim Aufstehen vom Stuhl ein Vielfaches der normalen Belastung auf dem Knie abgeladen wird, ist es besonders wichtig, diesen Vorgang knieschonend zu gestalten.
Der Wenn-Dann Plan von Herrn Moosbrugger sieht folgendermaßen aus:
Wenn ich vom Stuhl aufstehe...
...dann achte ich auf die richtige Beinachse.
Frau Hertlinger möchte gerne das Kniependeln automatisieren. Sie überlegt sich: „Ich hole ja sowieso jeden Tag meine Enkelin vom Kindergarten ab. Da hat es eine kleine Mauer, die den Garten umzäunt. Die hat genau die richtige Höhe für mich. Ich kann gut draufkommen und wenn ich sitze, haben meine Beine Spiel. Dort kann ich jeden Tag Kniependeln, solange ich auf meine Enkelin warte." Ihr Wenn-Dann Plan lautet:
Wenn ich vor dem Kindergarten auf Sophie warte...
...dann sitze ich auf die Mauer und pendele mit den Beinen.
Was braucht das Gehirn jetzt noch, damit der Wenn-Dann Plan sich automatisieren kann? Es ist so einfach, dass man es kaum glauben mag. Man muss den Plan nur ein einziges Mal schriftlich niederlegen. Das ist alles.
Na, haben Sie Lust bekommen, diesen Trick auszuprobieren?
Hier ist die Vorlage für Ihren ersten Wenn-Dann Plan. Entweder übernehmen Sie einfach eine der Ideen von Frau Lorenz, Herrn Moosbrugger oder Frau Hertlinger. Oder Sie erfinden sich einen eigenen. Beim Bügeln, beim Zähneputzen, beim Warten an der Bushaltestelle, überall gibt es Gelegenheit, einen Wenn-Dann Plan zu platzieren. Der Alltag wimmelt nur so davon!

Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Merklin und Dr. med. Eisele, Aalen