Bei Gelenkschmerzen ist vielen nicht immer gleich klar: Was sorgt für den Schmerz und wie kann das betroffene Gelenk behandelt werden? Handelt es sich um einen entzündlichen oder nicht-entzündlichen Gelenkschmerz? Arthritis oder Arthrose?
Die Differenzierung ist bei der Diagnose besonders wichtig, denn dementsprechend muss die Behandlung angepasst werden. Unter Arthrose versteht man die übermäßige Abnutzungserscheinung in einem oder mehreren Gelenken. Die Arthrose ist eine Verschleißerscheinung, die im Grunde jeder Mensch, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt, bekommen kann. Sie ist eine degenerative Gelenkerkrankung, die chronisch ist und nicht geheilt werden kann. Typisch für die Arthrose ist, dass sie besonders stark beanspruchte, gewicht-tragende Gelenke des Körpers, wie zum Beispiel Knie- und Hüftgelenke befällt. Durch den Verschleiß geht Knorpel verloren und auch die Gleitwirkung zwischen den Gelenken nimmt ab. Schreitet dieser Prozess ungehindert fort, reiben schließlich die Knochen direkt aufeinander und verursachen sehr starke Schmerzen.
Weiterführende Informationen und Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose finden Sie hier.
Bei der Arthritis dagegen handelt es sich um eine entzündliche Autoimmunerkrankung der Gelenke. In seltenen Fällen können auch innere Organe, die Haut oder sogar die Augen befallen sein. Zu Beginn der Erkrankung sind meist nur wenige Gelenke entzündet, im Verlauf der Erkrankung entzünden sich aber immer weitere. Besonders häufig trifft es Hand- und Fingergelenke. Zu den Hauptmerkmalen der Erkrankung zählen Schmerzen, die in der Nacht oder am Morgen auftreten können. Besonders typisch ist die sogenannte Morgensteifigkeit der Gelenke, die im Unterschied zur Arthrose länger als 15 Minuten anhalten kann. Um den Verlauf der Arthritis zu stoppen und weitere Schäden zu vermeiden, sollte mit einer Therapie so früh wie möglich begonnen werden. Meist wird mit entzündungshemmenden Medikamenten in Verbindung mit Krankengymnastik therapiert. Unter Umständen sind auch chirurgische Eingriffe nötig.
Weiterführende Informationen und Behandlungsmöglichkeiten bei Arthritis finden Sie hier.
Quelle: Deutsches Grünes Kreuz

Dr. med. Michael Nager, Orthopädiezentrum München