Expertentipp bei Gonarthrose
Das Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen, durch die der Mensch seine Beweglichkeit erhält. Dabei werden die Gelenke durch Bänder und Muskeln stabilisiert. Auf diese Weise kann das Gelenk ein Vielfaches des Körpergewichtes tragen. Das Kniegelenk gilt als das komplizierteste Gelenk im Körper und hält beim Treppensteigen oder Laufen bis zu einem Zehnfachen des eigentlichen Körpergewichtes aus. Kein Wunder also, dass es besonders anfällig für Verletzungen und Verschleißerscheinungen ist.
Beim gesunden Knie ist die Gelenkoberfläche von Knorpel überzogen, der das Gelenk reibungslos übereinander gleiten lässt und Stöße abpuffert. Ernährt wird der Knorpel aus der Gelenkschmiere, die den Spalt zwischen den mit Knorpel überzogenen Knochen-Enden ausfüllt und hauptsächlich aus Hyaluronsäure besteht. Mit dem Alter wird die Gelenkschmiere dünner, der Knorpel nutzt sich ab und die Knochen reiben aufeinander. Die Folge: Das Gelenk schmerzt, ist geschwollen und lässt sich nur noch eingeschränkt bewegen. Ist der Knorpel einmal zerstört, lässt sich dieser nicht wieder herstellen - deshalb zählt Arthrose zu den chronischen Krankheiten, die den Patienten sein gesamtes weiteres Leben begleiten.
Experten-Tipp:
Dr. Knud Leonhardt, niedergelassener Orthopäde und Olympia-Arzt der deutschen Leichtathletik-Mannschaft aus Schwarzenberg, weiß: Hyaluronsäure ist nicht gleich Hyaluronsäure. Zwischen den auf dem Markt befindlichen Präparaten bestehen erhebliche Unterschiede. „Es gibt eine ganze Reihe von Hyaluronsäure-Präparaten, die fünf Mal injiziert werden müssen - doch mit jeder Injektion ins Gelenk steigt das Risiko einer Infektion. Mittlerweile gibt es Substanzen, die nur einmal injiziert werden müssen und dann bis zu einem Jahr lang wirken können, z. B. Synvisc-One®." Seine Einschätzung: „Hier kann der Arzt, der täglich damit umgeht, mit einem kleinen Piks eine wirklich gute Therapie machen." Wenn ein Patient gute Erfahrungen mit der Einmal-Injektion gemacht hat und die Schmerzen nach einem Jahr wieder kommen, spricht nichts dagegen, die Behandlung zu wiederholen. „In meine Praxis kommen regelmäßig Patienten und sagen: Ich glaube, ich bin wieder dran, es beginnt wieder, ein bisschen zu ziehen und zu schmerzen. Wir hatten doch vor einem Jahr diese Spritze, die will ich wieder."

Gemeinschaftspraxis
Dr. med. Merklin und Dr. med. Eisele, Aalen