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Arthrosepatienten benötigen ein individuelles Behandlungsprogramm

Die Behandlung der Arthrose sollte sich nicht nur auf eine Schmerztherapie beschränken. Die Patienten benötigen ein langfristiges, individuell abgestimmtes Therapieprogramm, das gegebenenfalls auch eine Anpassung des Lebensstils und Krankengymnastik umfasst.

Da sich der Gelenkknorpel nicht regeneriert, stellt die Arthrose eine fortschreitende, chronische Erkrankung dar, die mit zunehmenden Funktionseinschränkungen des Gelenks einhergehen kann. Um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, reicht es nicht aus, den Schmerz nur medikamentös zu lindern. Vielmehr ist es notwendig, für jeden Patienten ein individuelles Konzept zu erstellen, das eine Reihe von ergänzenden Maßnahmen umfasst. Für die optimale Versorgung sollte eine enge Kooperation zwischen Patient, Hausarzt, Orthopäden und gegebenenfalls Krankengymnasten erfolgen.

Das Behandlungsprogramm für Arthrosepatienten sollte als Einzelkomponenten eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung des Lebensstils, gelenkspezifische Bewegungsübungen/ Physiotherapie, Orthesen/ Bandagen, eine symptomatische medikamentöse Therapie, knorpelschützende Substanzen (sogenannte Chondroprotektiva) und optional wenn notwendig auch operative Eingriffe beinhalten. Diese Komponenten müssen individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden.

So ist es häufig hilfreich, die körperliche Aktivität moderat zu steigern, auf eine gesunde Ernährung umzustellen und Gewicht zu reduzieren. Darüber hinaus können spezielle krankengymnastische Übungen die gelenkstabilisierende Muskulatur stärken, die häufig durch ein schmerzbedingtes Schonverhalten geschwächt wird. Elastische Bandagen können zu einer muskulären Stabilisierung beitragen. In der medikamentösen Therapie ist der zeitweise Einsatz nicht-steroidaler Antirheumatika empfehlenswert, weil diese über das „Schmerzstillen" hinaus entzündungshemmend wirken. Auch Kortison-Spritzen in das Gelenk können die Beschwerden über einen kürzeren Zeitraum lindern. Chondroprotektiva haben das Ziel, den Knorpel zu schützen und den weiteren arthrosebedingten Abbau zu verlangsamen. Während für die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel Chondroitin und Glucosamin die Wirksamkeit bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, existieren für einzelne Hyaluronsäure-Injektionen eine Reihe von Studien, die eine placeboüberlegene Wirkung (gegen ein Scheinmedikament getestet) nachweisen. Die verfügbaren Hyaluronsäuren unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Herstellung, ihre Wirkdauer (1 - 12 Monate) und die Anzahl der benötigten Injektionen (1 - 5). So kann beispielsweise das speziell vernetzte Synvisc-OneTM mit nur einer Injektion eine Schmerzlinderung über 6 Monate hinweg bewirken.

Bei unzureichendem Ansprechen dieser Methoden können schließlich Operationen sinnvoll sein.

Quelle: Schulz A.et al.  Individuelles Behandlungsprogramm für Arthrosepatienten. MMW-Fortschr Med. 2008;47:46-8

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(gebührenfrei)

Dr. med. Michael Nager, Orthopädiezentrum München
Dr. med. Michael Nager, Orthopädiezentrum München

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