Produkte, die damit werben, den Knorpel zu schützen, gibt es viele. Doch wie sieht es mit dem wissenschaftlichen Nachweis aus? Die wichtigsten Knorpelschutzsubstanzen, sogenannte Chondroprotektiva, sind Glucosamin, Chondroitin und Hyaluronsäure.
Glucosamin ist ein wichtiger Baustein des Knorpels, der dafür sorgt, dass im Gelenk ausreichend Gelenkschmiere vorhanden ist und damit eine reibungslose Gelenkfunktion ermöglicht. Er dient ferner der Reparatur und des Wiederaufbaus von Knorpel in den Gelenken.
Chondroitin oder Chondroitinsulfat ist Hauptbestandteil des Knorpelgewebes und besitzt die Aufgabe, die Gelenke bei einer Beanspruchung ausreichend abzufedern. Glucosamin und Chondritin gehören zu den Stoffen, die der Körper im Normalfall selbst herstellt, indem er sie direkt aus der Nahrung synthetisiert. Der Organismus verliert diese Fähigkeit aber mit zunehmendem Alter. Das Resultat: Der Körper kann diese Baustoffe nicht mehr selbst in ausreichender Menge produzieren und der Gelenkverschleiß setzt ein.
Natürliche Hyaluronsäure ist Grundbaustoff der Gelenkschmiere. Sie hält das Gelenk geschmeidig und wirkt stoßdämpfend bei allen Bewegungen und versorgt den Gelenkknorpel mit Nährstoffen. Unsere Gelenke sind auf die permanente Schmierung mit Hyaluronsäure angewiesen. Im Laufe der Jahre lässt die körpereigene Produktion von Hyaluronsäure aber nach. Die Folge: Der Knorpel nutzt sich stärker ab und der arthrotische Gelenkverschleiß beginnt.
Alle drei Chondroprotektiva können in Form von Tabletten, Pulvern, Dragees oder als Nahrungsergänzungsmittel oral eingenommen werden. Doch die Wirksamkeit für die orale Einnahme dieser Substanzen konnte bisher nicht eindeutig nachgewiesen werden[1]. So konnte lediglich für hochdosiertes Glucosamin, das über zwei Jahre täglich eingenommen wurde, nach zwei Jahren eine Verbesserung des Knorpels nachgewiesen werden. Hyaluronsäure kann auch direkt in das Gelenk injiziert werden. Doch auch hier gibt es Unterschiede, denn Hyaluronsäure ist nicht gleich Hyaluronsäure. Ein knorpelschützender Effekt konnte bisher nur bei einer regelmäßigen Therapie mit speziell vernetzter, hochmolekularer Hyaluronsäure (Synvisc®) nachgewiesen werden, welche inzwischen auch als Einmalinjektion (Synvisc-One®) verfügbar ist.², ³
Referenzen:
[1] Arthritis supplements no better than placebo. In: New Scientist vom 30. September 2008
² Hall et al.; Effects of HYLAN G-F 20 [Synvisc®] supplementation on cartilage preservation in osteoarthritis of the knee: A two-year, single -blind clinical trial; Scientific Abstracts, 20. Osteoarthritis, EULAR20 10-SCIE-526, 2010.
³ Chevalier et al.; Single, intra-articular treatment with 6 ml of Hylan G-F 20 in patients with symptomatic primary osteoarthritis of the knee: A randomised, multi-centre, double-blind, placebo-controlled trial; Ann Rheum Dis published online 19 Mar 2009; doi:10.1136/ard.2008.094623