Aktuellen Forschungsergebnissen zufolge scheint ein spezielles Molekül der Knorpelzellen einen wichtigen Einfluss auf den Knorpelabbau bei Arthrose zu haben. Daraus könnten sich in der Zukunft neue Therapieansätze ergeben.
Eine wichtige Eigenschaft gesunden Knorpels ist seine Elastizität. Dazu trägt ein Eiweiß namens Aggrecan bei, das im Knorpelgewebe ein Gerüst aus fadenartigen Strukturen bildet. Bei Arthrose wird dieses Gerüst zerstört und der Knorpel wird verstärkt abgebaut. Der Abbau-Prozess wird durch ein Enzym (ADAMTS-5), das das Aggrecan teilt, gefördert. Frühe Stadien der Arthrose zeichnen sich anscheinend durch eine unkontrollierte Herstellung dieses Enzyms aus. Und dafür ist nach den Erkenntnissen deutscher und koreanischer Forscher um Professor Dr. med. Thomas Pap vom Arbeitsbereich Osteoarthrosen des Kompetenznetzes Rheuma besonders ein Molekül verantwortlich, das sich auf der Oberfläche der Knorpelzellen befindet.
In ersten Studien an arthrotischen Gelenken von Mäusen, Ratten und auch Menschen ist es den Wissenschaftlern gelungen, den Abbauprozess zum Stillstand zu bringen. Daraus könnten sich völlig neue Perspektiven für die Therapie der Arthrose ergeben.
Bevor derartige Behandlungen allerdings Betroffenen helfen können, müssen noch diverse Untersuchungen folgen. „Doch es handelt sich hierbei um einen völlig neuen Ansatz, die Gelenkzerstörung an den Knorpelzellen selbst zu stoppen", unterstreicht Prof. Pap.
Quelle: Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, September 2009

Dr. med. Michael Nager, Orthopädiezentrum München