Männer mit Kniearthrose sollten mit dem Rauchen aufhören, um den weiteren Knorpelverlust zu bremsen. Denn der Abbau des Knorpels schreitet bei Rauchern rascher voran als bei Nichtrauchern.
Rauchen erhöht das Risiko, dass sich eine Arthrose entwickelt. Dies ist bereits aus früheren Studien bekannt. Jetzt haben Forscher genauer untersucht, wie sich der Zigarettenkonsum auf den Knorpelabbau auswirkt.
Wie Professor Stefan Rehart vom Markus-Krankenhaus in Frankfurt berichtet, nahmen an der Studie 159 Männer, darunter 19 Raucher, mit schmerzhafter Kniearthrose teil. Zu Beginn, nach 15 und 30 Monaten wurde jeweils eine Magnetresonanztomografie des betroffenen Kniegelenkes durchgeführt. Diese Methode erlaubt es, detailgenaue Informationen über Größe und Beschaffenheit des Knorpels zu erhalten.
Auch unter Berücksichtigung von Alter und Body-Mass-Index (Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen), schritt bei Rauchern der Knorpelabbau im Knie schneller voran als bei Nichtrauchern.
Die Wissenschaftler vermuten im Wesentlichen zwei Mechanismen als Ursache für diesen Unterschied. Zum einen führen die mit dem Zigarettenrauch aufgenommenen Schadstoffe zu einer schlechteren Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Körpers. Dies kann sich negativ auf den natürlichen Schutz des Knorpels vor Abbau auswirken. Zum anderen fördert Rauchen oxidativen Stress. Dabei treten vermehrt äußerst reaktive Sauerstoffverbindungen auf, die die körpereigenen Zellen schädigen können.
Zudem machten die Forscher die Beobachtung, dass die Raucher im Rahmen der Studie eine deutlich höhere Schmerzintensität aufwiesen. Dies lässt sich nach Ansicht von Rehart mit der generell bei Rauchern höheren Schmerzempfindlichkeit erklären.
Quelle: Nach Informationen der Medical Tribune, 16/2008

Dr. med. Michael Nager, Orthopädiezentrum München